27. Juni 2012

locker flockig zu einem Job

zu meiner beruflichen Situation:

offiziell bin ich arbeitlos, ok arbeitssuchend; bekomme 1.300,- monatlich Arbeitslosengeld; sehr stressfrei von der Arbeitsagentur; muss einmal in 6 Wochen vorbeischauen; Job habe sie de facto eh keinen für mich. Ich bin Akademiker und habe bisher im Controlling gearbeitet.
Einzige Voraussetzung ich muss mich 8mal im Monat irgendwo bewerben.

Inoffiziell versuche meine Selbstständigkeit aufzubauen. Anfang des Jahres habe ich eine GmbH gegründet. Derzeit bin ich noch am Ideen sammeln, Business Plan entwickeln, Kontakte knüpfen. Ich habe ein paar Ideen im Kopf die ich in eine umsetzbare Form bringen möchte. Der Wunsch als Unternehmer zu arbeiten ist sehr ausgeprägt.
Mein Problem ist eher, dass ich durch mein BWL Studium keine konkrete Richtung vorgegeben bekommen habe. Als Handwerker wäre es einfach. Ein Tischler macht eine Tischlerei auf. Fertig.
Als selbstständiger Controlling / Unternehmensberater zu arbeiten kommt für mich nicht in Frage.

Jedenfalls werde ich auch hie und da zu Bewerbungsgesprächen eingeladen. Wie diese Woche Anruf am Montag, Termin am Dienstag, Zusage am Mittwoch. Das Gespräch war auf Englisch, die Position sehr interessant und auf meine Person sehr gut zugeschnitten. Controller sehr eigenständig zu arbeiten mit viel internationale Koordination und Kommunikation zwischen Russland, Deutschland und England, was mir sehr gefällt. Aufbau als Nachfolger kaufmännischer Leiter. Gehalt: 65.000,- p.a. Beginn ab Juli. Fahrzeit mit Auto vom Wohnort: 30min.

Ich habe für mich beschlossen diesen Job anzunehmen. Was Besseres wird als Gesamtpaket nicht so schnell wiederkommen. Außerdem kann ich als Österreicher mal sagen ich habe im Ausland auch gearbeitet. Wenn der Job nicht aufgeht und nach 3 Monaten mir alles auf den Geist geht, habe ich die Gewissheit dass der Controller-Angestellten-Lebensabschnitt endgültig vorbei ist. Kündigen kann ich immer noch.

Da ich ja noch keine Umsätze in der GmbH habe und ich natürlich auch noch nicht bei meiner GmbH angemeldet bin; hatte ich keine Probleme das Arbeitslosengeld zu bekommen. Die Arbeitsagentur weiß natürlich nichts davon.

zurück kommend zum Bewerbungsgespräch: es macht einen riesigen Unterschied ob man ganz entspannt einläuft, nach dem Motto: wenn was dabei ist, nehme ich es mit, wenn nicht, dann halt nicht. Als wenn man verbissen einen Job zwangsweise hinterherhechelt und dabei verkrampft. So solls auch sein und das Geld stimmt dann von ganz alleine. Ich wollte 60.000,-; die Firma bot mir 65.000,- an. Passt.

Kommentare:

  1. Findest du es fair, bei einem überdurchschnittlichen und nicht gebundenen Vermögen Arbeitslosengeld zu beziehen?

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  2. Ja, 1. ist das Arbeitslosengeld eine Versicherung wo ich jahrelang Prämien gezahlt habe. Also habe ich auch einen Anspruch auf eine Leistung wenn der Versicherungsfall eintritt.
    2. ist die Auszahlung an Bedingungen geknüpft und zeitlich begrenzt. In meinem Fall bis Jahresende. Dann tritt Arbeitslosengeld II in Kraft wo mein Vermögen dazugezählt wird. D.h. ich würde dann in meinem Fall sehr wahrscheinlich nichts mehr bekommen.

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  3. Hi,

    vielen Dank für die Erklärung. Das klingt tatsächlich sehr fair, bitte entschuldige die vorwurfsvolle Fragestellung!

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